Wann kommt die digitale Geldbörse und löst die Kreditkarten ab?

25 Mai 2012

Zahlen mit moderner KreditkarteFür die Bürger in Deutschland stellt sich immer öfters die Frage, wann die digitale Geldbörse untere Kreditkarten ablösen wird. Was in vielen anderen Ländern bereits Wirklichkeit ist, entwickelt sich in Deutschland nach wie vor nur zaghaft. Bislang wurden verschiedene Ansätze verfolgt, die demnach auf lange Sicht die Kreditkarte ersetzen sollen. Am interessantesten dabei ist das Handy. Dass in der Tat auch bei uns in naher Zukunft als elektronische Geldbörse dienen könnte. Schon heute ist es so, dass praktisch 68 Prozent aller Bürger der Bundesrepublik Deutschland ihr Handy in der Freizeit und bei der Arbeit immer griffbereit haben. Was sollte damit als noch gegen das Handy als neue digitale Geldbörse sprechen.

Mobilfunkanbieter rüsten auf

Das dachten sich auch die großen Mobilfunkbetreiber und wollen nun endlich dieses Jahr mit ihren Angeboten im deutschen Markt durchstarten. Nach wie vor bereitet diesen aber Google, als größter Konkurrenz, ernsthafte Kopfschmerzen. Mit Wallet hat Google bereits eine Basis für sich geschaffen. Die Vorstellung der Mobilfunkbetreiber ist so einfach wie genial. Anstelle seine Kreditkarte umständlich aus der Geldbörse zu suchen, zückt man einfach sein kleines Smartphone und bezahlt in sekundenschnelle seinen Kaffee oder den gesamten Einkauf. Das wird dann möglich, wenn man das Handy nah an ein spezielles Lesegerät hält. Mittels einer Near Fied Communication (NFC) wird durch eine Funk-Übertragungstechnik mit geringer Reichweite die Transaktion vorgenommen. Durch die geringe Weite unter 10 cm soll gleichzeitig ein betrügerisches Handeln verhindert werden.

Nur geringer Anteil von NFC Smartphones

Allerdings unterstützt auf dem deutschen Markt nur ein geringer Anteil von Smartphones diese Technik. Damit ist ersichtlich das die digitale Geldbörse (Wallet) wohl noch viele Jahre benötigen wird, um sich auch in Deutschland zu etablieren. Ohnehin scheint es fragwürdig, ob sich der vorsichtige deutsche Verbraucher so schnell auf diese Technik einlassen wird. Sicherlich wird die junge Generation diesem Verfahren durchaus sehr aufgeschlossen gegenüberstehen. Aber gerade die ältere Generation, die sich mit der Kreditkarte gerade erst abgefunden hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit große Zweifel an der Sicherheit haben.

Hohe Kosten fördern die Zusammenarbeit

Für die Mobilfunkbetreiber stehen damit nicht nur umfassende Aufklärungsaktionen an, sondern vor allem ein hohes Budget. Diesbezüglich arbeiten die drei Großen der Branche (Telekom, Vodafone, O2) zusammen. Mit MyPass besteht bereits eine Plattform, die allerdings derzeit nur das Bezahlen per SMS ermöglicht. Der Einsatzzweck ist allerdings derzeit noch viel zu gering, da wundert es nicht, dass sich die Nachfrage auch in starken Grenzen hält. Die drei Gesellschaften haben allerdings angekündigt, das Verfahren nach der Wallet Methode zu verbessern und dieses Jahr noch freizugeben. Erste Feldversuche wurden bereits in einem kleinen Ort an der Côte d’Azur unternommen. 5000 Einwohner bezahlen dort in einem Testversuch bereits regulär mit ihrem Smartphone. Inwieweit das System bei uns tatsächlich Anklang finden wird, bleibt zunächst abzuwarten.